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Die Völker von Kambodscha

In Südostasien ist Kambodscha das Land mit der einheitlichsten Bevölkerungsstruktur. Die offiziellen Schätzungen der Regierung gehen davon aus, dass die Khmer mit rund 85-90 Prozent den weitaus größten Anteil an der Bevölkerung ausmachen. Die Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, da sie wahrscheinlich zu hoch angesetzt sind, um auf diese Weise die Bedeutung der Minderheiten herunterzuspielen. Die Khmer kamen ursprünglich aus China und wanderten von dort aus im Laufe der Zeit nach Süden. Im Gebiet des heutigen Kambodscha leben sie seit dem 2. Jahrhundert.


Mit rund fünf Prozent bilden die Vietnamesen die größte Minderheit des Landes. Sie kamen im 17. Jahrhundert als Bauern nach Kambodscha. Während der Kolonialzeit wurden Vietnamesen von den Franzosen häufig als Beamte eingesetzt. In den zehn Jahren der vietnamesischen Besatzung seit 1979 stieg ihre Zahl nochmals an. Aufgrund der Geschichte der beiden Länder ist das Verhältnis der Khmer zu der vietnamesischen Minderheit bis heute angespannt. Angefeuert auch aus Teilen der Politik kam es in der Vergangenheit in Kambodscha leider immer wieder zu gewalttätigen Attacken gegen Vietnamesen.

Rund drei Prozent der Bevölkerung Kambodschas gehören der Volksgruppe der Cham an. Die Nachfahren des einst mächtigen Königreichs Champa sind heute größtenteils Bauern. Ihr traditionelles Siedlungsgebiet liegt am Unterlauf des Mekong und entlang der Küste. Eine Besonderheit der Cham ist, dass sie dem Islam angehören. Damit stellen sie im buddhistisch dominierten Kambodscha auch eine religiöse Minderheit dar. Während der Herrschaft der Roten Khmer wurden ihre Moscheen zerstört. In Phnom Penh existiert jedoch heute wieder eine, sie wurde mit Geld aus Saudi Arabien finanziert. In Chur-Changvra, ganz in der Nähe der Hauptstadt, befindet sich auch das spirituelle Zentrum der Cham.

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Obwohl die Chinesen nur circa ein Prozent der Bevölkerung ausmachen, haben sie für die Ökonomie des Landes immer eine bedeutende Rolle gespielt. Als Händler und Handwerker siedelten sie hauptsächlich in den Städten. Nach der Machtergreifung der Roten Khmer wurden die Angehörigen der chinesischen Minderheit getötet oder mussten fliehen. Später kehrten jedoch viele von ihnen zurück. Mithilfe chinesischer Investitionen sind sie auch heute wieder maßgeblich am Aufbau der kambodschanischen Wirtschaft beteiligt.

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