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Tourismus in Kambodscha

Bis auf wenige Ausnahmen steckt der Tourismus in Kambodscha weitgehend in den Kinderschuhen. Außer in Siem Reap, dem Tor zur weltberühmten Tempelstadt Angkor Wat, und mit einigen Einschränkungen in der Hauptstadt Phnom Penh, ist die touristische Infrastruktur eher schlecht und Fremdsprachenkenntnisse sind nicht eine Selbstverständlichkeit. Neben den beiden Städten, die auch aus dem Ausland angeflogen werden, gibt es nur einen einzigen weiteren Flughafen in Sihanoukville.

Aero Cambodia, eine zweite Airline neben der staatlichen Cambodia Angkor Air, kommt seit einigen Jahren nicht aus den Startlöchern. Die letzten Bahnverbindungen wurden 2009 eingestellt, so dass Touristen nur Fernbusse bleiben. Auch der berühmte „Bambuszug“ verkehrt heute nur noch auf einer speziellen Touristenstrecke über 8 Kilometer bei Battambang.

Die schwierige Vergangenheit von Kambodscha

Ein Blick in die jüngere Geschichte Kambodschas erklärt die Tourismus-Probleme des Landes: Während des Indochina-Krieges wurde es von der amerikanischen Luftwaffe mehrere Jahre lang stark bombardiert. Und während in Vietnam und Laos nach Kriegsende 1975 mit dem Wiederaufbau begonnen wurde, litt das Land jahrelang unter dem unbeschreiblichen Terrorregime der Roten Khmer, dem rund ein Viertel der Bevölkerung zum Opfer fiel.  Ein Einmarsch der Vietnamesen bereitete dem Regime zwar schon 1978 ein Ende, doch erst Mitte der 90er Jahre kehrte so etwas wie Normalität in Kambodscha ein. Die Aufarbeitung der Roten Khmer-Jahre dauert jedoch heute noch an.

Seit den ersten demokratischen Wahlen 1998 blüht es allmählich auf, doch die Armut ist noch immer groß. Viele Einwohner müssen mit 1 US-Dollar pro Tag auskommen. Die großen Unterschiede zwischen Einheimischen und scheinbar finanzstarken Urlaubern aus dem Westen haben auch dafür gesorgt, dass die Kleinkriminalität mit Taschendiebstählen und Raubüberfällen in Kambodscha vergleichsweise hoch ist. Dies gilt vor allem rund um Sihanoukville, einer Stadt am Golf von Thailand, die die Regierung gerne zum Zentrum eines internationalen Bade-Tourismus entwickeln will. Davon kann derzeit jedoch keine Rede sein. Auch in der Hauptstadt Phnom Penh sollten Besucher Vorsicht walten lassen, während Siem Reap im Allgemeinen als sicher gilt.

Viele Touristen wollen Angkor Wat erleben

Viele Touristen wollen Angkor Wat erleben

Weitere Probleme für einen erfolgreichen Tourismus

Weitere Probleme nicht nur im Bereich Tourismus sind Landminen und die Prostitution Minderjähriger. Gegen ausländische Sextouristen, die minderjährige Prostituierte in Kambodscha ausbeuten, wurden in den letzten Jahren mehrjährige Haftstrafen verhängt, die andere Besucher abschrecken sollen.

Während touristische Regionen wie Angkor Wat weitestgehend von Landminen befreit wurden, liegen in den ländlichen Gebieten tausende Landminen im Boden verborgen. Dies macht es schwerer, Trekking-Touren im Land anzubieten oder generell Individualtourismus zu ermutigen.

Traditionelle Tänze werden Touristen oft und gerne vorgeführt

Traditionelle Tänze werden Touristen oft und gerne vorgeführt

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Die guten Seiten des Landes

Trotz aller negativen Aspekte ist Kambodscha ein faszinierendes Reiseziel, dessen Einwohner Gäste gewöhnlich mit großer Gastfreundschaft empfangen. Wer sich die jüngere Geschichte des Landes vor Augen hält und den Einwohnern mit Respekt und Verständnis begegnet, wird von diesen herzlich aufgenommen. Das Land ist mehr als nur Angkor Wat und wird sich in den kommenden Jahren touristisch weiter entwickeln. Wer es jetzt besucht, erlebt ein Land im Auf- und Umbruch mit reizvollen Orten und malerischen Landschaften inmitten einer noch völlig unberührten Natur.

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