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Reisebericht Siem Reap

Dieser Reisebericht soll einmal den Fokus allein auf Siem Reap und nicht auf das wesentlich bekanntere und populärere Angkor Wat richten. Die meisten Reiseberichte nehmen Siem Reap immer nur als Nebenpunkt, wenn sie einen Reisebericht über Angkor Wat schreiben. Aber auch Siem Reap hat sehr viel Charm und Flair zu bieten und genau darüber möchte ich einmal fokussiert in diesem Reisebericht schreiben.

Siem Reap ist ein kleines Städtchen im Herzen Kambodschas. Es liegt knapp 250 Kilometer nördlich von Phnom Penh. Von Deutschland aus ist die leicht zu erreichen. Es gibt Flüge nach Phnom Penh oder anderen südostasiatischen Metropolen, die Anschlussflüge nach Siem Reap anbieten. Von Phnom Penh ist auch ein Bustransfer oder ein privates Auto mit Fahrer möglich (jeweils um die sieben Stunden Fahrtzeit). Siem Reap hat sich einem der beliebtesten Urlaubsziele Südostasiens entwickelt, da die Stadt in der Nähe zahlreicher kultureller wie natürlicher Sehenswürdigkeiten liegt. Am besten besucht man die Stadt am Jahresanfang, wenn es nicht zu heiß ist, aber gleichzeitig die Regenzeit noch nicht begonnen hat. Am Jahresende ist mit Stürmen zu rechnen, die den Urlaub trüben könnten.

Viele Touristen wollen Angkor Wat erleben

Viele Touristen wollen Angkor Wat erleben

Die bekannteste Sehenswürdigkeit Siem Reaps ist sicherlich der Angkor-Park, die ehemalige Hauptstadtregion des alten Khmerreiches, deren zahlreiche Überreste sich nur knapp sechs Kilometer nördlich der Stadt befinden. Vor allem ist Angkor Wat, das größte religiöse Bauwerk der Menschheit, bekannt und ein Muss auf jeder Südostasien-Rundfahrt. Neben Angkor Wat finden sich aber mehr als tausend Monumente aus der Khmer-Zeit wie die Hauptstadt Angkor Thom, die Roluos-Gruppe oder Phnom Kulen. In Siem Reap selber bietet das National Angkor Museum einen guten Einblick in den Alltag der hier ab dem 9. Jahrhundert siedelnden Khmer. 1471 eroberten die Thai Angkor und die Könige flohen gen Süden, in die Region des heutigen Phnom Penh. Von Siem Reap aus lässt sich Angkor leicht erkunden, weshalb viele Besucher hier ein paar Tage übernachten.

Siem Reap selber ist eine kleine, unscheinbare Stadt. Eine typische Provinzstadt, die noch nicht weiß, ob sie nun modern wirken soll oder provinziell. Man muss aber nun auch kein Kulturreisender sein, um Siem Reap zu besuchen. Denn die Stadt hat mittlerweile eine sehr moderne Aura erhalten und dazu ein geradezu westliches Flair. Natürlich dreht sich alles um das Weltkulturerbe der Khmer, aber dazwischen finden Besucher auch eine reiche Szene an Boutiquen, Restaurants und – selten genug für Südostasien (mit Ausnahme Thailands) – ein lebendiges Nachtleben. Dies reicht zwar nicht an das von Thailand heran, bietet aber doch ein kurzweiliges Vergnügen für den Aufenthalt.

Blick auf eine der Haupttouristenstrassen in Siem Reap

Blick auf eine der Haupttouristenstrassen in Siem Reap

Die Stadt selber ist ein Gemisch aus chinesischem Stil, französischer Kolonialarchitektur und modernen Betonbauten. Dazwischen finden sich aber immer wieder kleine Viertel mit Holzhäuschen. Vor allem am Siem Reap Fluss sind noch ganze Straßenzüge erhalten. So romantisch diese traditionelle Architektur erscheinen mag – hier leben die ärmsten der Armen, die es sich nicht leisten können, in ein modernes Haus umzuziehen. Aber für Besucher bietet sich ein Bild, wie es Kambodscha eben seit Jahrhunderten kennt. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. In ein paar Jahren werden auch diese Viertel verschwunden sein und damit der letzte Rest traditionellen Lebens. Siem Reap bietet Provinzleben zum Anschauen pur.

Von Siem Reap aus lassen sich aber auch andere Sehenswürdigkeiten in der Nähe besuchen. Zu den Relikten der Khmer gehört der Phnom Kulen mit seinen Tempeln und seinen Felsdarstellungen, die in den kleinen Bächen zu finden sind. Besonders aufregend ist aber eine Bootstour auf dem Tonle Sap, dem größten See Südostasiens. Je nachdem, wann Besucher hierhin kommen, ist er klein und ruhig oder aber enorm über seine Ufer getreten. In der Regenzeit wechselt der Mekong nämlich seine Fließrichtung, wenn Hochwasser besteht. Dann füllt sich das Tonle Sap-Becken und der Untere Mekong bleibt vom Hochwasser verschont. Der See bietet nicht nur zahlreichen Tieren und Vögeln ein Zuhause, sondern auch den Menschen. Viele Kambodschaner leben in den Schwimmenden Dörfern. Bei einer ein- bis dreistündigen Bootstour können Besucher dann den Alltag in so einem Schwimmenden Dorf erleben. Vielleicht ist gerade eine Klasse im schwimmenden Klassenzimmer am Lernen oder eine andere spielt auf dem schwimmenden Sportplatz Basketball? Bei einem kleinen Stopp lässt sich dies alles erleben.

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Siem Reap ist für viele nur eine einfache Stadt, die zur Übernachtung für den Angkor-Besuch dient. Dies wird aber der Stadt nicht wirklich gerecht. Wer vom Alten Markt einmal die kleinen Gassen erkundet hat, sich die alten Wats angeschaut hat, wird den Flair dieser Stadt erlebt haben.

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