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Reisebericht – Weltkulturerbe Angkor Wat

Kaum ein Ort in Südostasien übt so viel Faszination auf seine Besucher aus wie die mittelalterliche Stadt Angkor, die tief im kambodschanischen Dschungel liegt und dort über mehrere Jahrhunderte von der Welt vergessen vor sich hindämmerte, ehe der Franzose Henri Mouhot Mitte des 19.Jahrhunderts eher zufällig über den riesigen Komplex stolperte. Hierüber soll dieser Reisebericht erzählen. Heute ist Angkor die mit Abstand bekannteste Sehenswürdigkeit Kambodschas und auch das wichtigste Symbol der nationalen Identität, das es auf die Staatsflagge gebracht hat, Geldscheine und unzählige andere Dinge wie das beliebte Angkor Beer.

Die meisten Touristen reisen über den Flughafen der Stadt Siem Reap aus anderen asiatischen Städten an, während Backpacker Überlandbusse nehmen, die von der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh etwa sechs Stunden benötigen, aber dafür auch nur 10 US-Dollar kosten. So zeigt sich der Unterschied zwischen Backpackern und Touristen schon bei der Ankunft: Die Backpacker steigen am Busbahnhof westlich des Zentrums von Siem Reap aus und nehmen Tuk-Tuks zu ihren Hotels und Guesthouses in der Stadt, von denen sich die meisten rund um den Alten Markt (Psar Chaa) und die „Bar Street“ gruppieren, die von Restaurants und Bars gesäumt ist. Die Touristen dagegen, häufig auf großer Südostasien-Rundreise, landen am Flughafen und werden mit dem Transferbus in ihre luxuriösen Hotelanlagen außerhalb der Stadt gebracht, von wo sie wiederum zur archäologischen Zone von Angkor gebracht werden. Die Stadt Siem Reap bekommen sie häufig gar nicht zu sehen.

Angkor Wat liegt direkt im Dschungel von Kambodscha

Angkor Wat liegt direkt im Dschungel von Kambodscha

Ich hatte mich für einen Kompromiss entschieden: Die günstige Anreise mit dem Bus ab Phnom Penh um unterwegs etwas vom Land zu sehen, aber ein recht luxuriöses Hotel in Siem Reap mit Swimming Pool um dort vor der Heimreise zu entspannen. Schließlich sollte Angkor der krönende Abschluss der Reise sein.

Die archäologische Zone liegt mehrere Kilometer außerhalb der Stadt und ist für Individualreisende am besten mit einem Tuk-Tuk zu erreichen. Vor jedem Hotel warten Fahrer, die sich nicht nur als Taxi anbieten, sondern auch als Führer für einen ganzen Tag. Eine lohnenswerte Option für alle, die sich zwischen den einzelnen Ruinen per Tuk-Tuk fortbewegen möchten. Ich in meiner Naivität entschied mich dafür ein Fahrrad zu mieten, nur um schon bald zu merken, dass ich sowohl die Distanzen in der archäologischen Zone als auch das schwüle tropische Klima unterschätzt hatte. Hiervor möchte ich in diesem Angkor Wat Reisebericht warnen! So musste ich nach dem Erreichen des ersten und wichtigsten Tempels – Angkor Wat – zunächst eine Pause im klimatisierten Café einlegen und auch später nach jeder Fahrradfahrt erst einmal wieder zu Atem kommen. Gelohnt hat es sich trotzdem schon dafür alleine unterwegs zu sein und die faszinierenden alten Stätten ganz in Ruhe genießen zu können.

Vorderfront von Angkor Wat

Vorderfront von Angkor Wat

„Ruhe“ ist natürlich relativ: An den wichtigsten Orten drängelten sich die Touristengruppen mit ihren Führern, wobei ich fasziniert davon war, wie sehr sich diese Gruppen auf einige wenige Orte beschränken und nur wenige Meter weiter alles menschenverlassen liegt. So drängten sich ganze Horden auf die höhere Esplanade von Angkor Wat, die einen prächtigen Rundblick bietet, während die berühmten Reliefs, die die äußere Mauer des Tempels rundherum verzieren und Szenen der hinduistischen Mythologie darstellen, völlig verlassen waren.

Hinter manchem Schutt kann man detailverliebte Mauerverzierungen entdecken

Hinter manchem Schutt kann man detailverliebte Mauerverzierungen entdecken

Ähnlich war es auch in Angkor Thom, der eigentlichen Residenzstadt König Jayavarman VII’s, dem wir große Teile des Komplexes zu verdanken haben. Hier drängten sich alle um den Tempel von Bayon mit seinen riesigen steinernen Gesichtern während der alte Königspalast Phimeanakas mit seinen überwucherten Gärten und längst vertrockneten Wasserbecken einsam im Dschungel vor sich hindämmerte. Eher Glück hatte ich dagegen in Ta Phrom, jenem weltberühmten von riesigen Bäumen überwucherten Tempel, der u.a. in „Tomb Raider“ zu sehen gewesen war: Hier kam ich genau zur Mittagszeit an, als die Tourgruppen wohl beim Essen saßen und konnte mich wirklich wie ein Dschungelforscher mutterseelenallein in den uralten faszinierenden Ruinen fühlen.

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Zwei Tage verbrachte ich mit dem Erkunden von Angkor und diese Tage braucht man meinesachtens auch um das riesige Gelände wirklich kennenzulernen und genügend Zeit zu haben, alles auf sich wirken zu lassen. Die Tourgruppen, die an einem halben Tag in Minibussen zwischen Angkor Wat, Bayon, der Elefantenterrasse und Ta Phrom hin und her gescheucht werden, tun sich selbst keinen Gefallen, wenn sie diesen einzigartigen Ort lediglich kurz stürmen um ihn auf ihrer großen Südostasien-Reise abhaken zu können.

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