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Reisebericht über Angkor Wat

Nach einer mehrwöchigen Rucksacktour durch Laos und Kambodscha beschlossen mein Freund und ich, unsere Reise durch Südostasien mit einem 3-tägigen Aufenthalt in Siem Reap, verbunden mit einem Besuch von Angkor Wat, abzuschließen. Der überwältigend große Tempelkomlex hatte uns bereits in Deutschland in seinen Bann gezogen und wir waren mehr als gespannt, dieses Kulturerbe von Kambodscha und Südostasien nun auf eigene Faust zu entdecken.

In Siem Reap angekommen, merkt man gleich, dass der Tourismus hier eine große Rolle spielt. Moderne Hotels, elegante Restaurants, Souvenirläden an jeder Ecke – ein eigenartiges und unwirkliches Gefühl, wenn man bereits den Rest des Landes kennengelernt hat. Kambodscha ist als eines der ärmsten Länder der Welt nach wie vor ein weißer Fleck für Reisen auf der Landkarte vieler Touristen. Vielleicht bekommen Reisende genau aus diesem Grund einen nahen und – wie wir fanden – recht unverfälschten Einblick in die kambodschanische Kultur. Was wir allerdings in Siem Reap vorfanden, deckte sich nicht mit unseren bisherigen Erfahrungen auf unserer Reise durch Südostasien. Eine moderne Glitzerwelt, die durch und durch auf die Bedürfnisse zahlungswilliger Touristen ausgelegt ist. Da Siem Reap allerdings nur fünf Kilometer südlich der Tempelanlage von Angor Wat entfernt ist, blieb uns nichts anderes übrig, als die kommenden drei Tage hier zu verbringen.

Nun aber zu Angkor Wat. Um das 1,5 x 1,3 Kilometer große Areal von Angkor Wat in aller Ruhe erkunden zu können, entschieden wir uns für das 3-Tagesticket, was sich im Nachhinein als sinnvoll herausstellte, da die Hauptattraktionen wie Ankor Wat, Ta Prohm und Bayon vollkommen überlaufen waren. Den wirklichen Charme der Tempelanlage erkannten wir erst, als wir mit dem Fahrrad die etwas entfernteren, im Dschungel versteckten Tempel, wie zum Beispiel Prasat Preah Vihear, Banteay Prey oder Preah Khan besuchten. Da das Gelände flach und leicht zugänglich ist, empfanden wir die Fahrradtour durch das UNESCO-Weltkulturerbe als eine gute Möglichkeit, uns alles im eigenen Tempo anzuschauen. Entscheidet man sich, das Areal per Fahrrad zu erkunden, sollte man aber unbedingt daran denken, genügend Wasser mitzunehmen und sich zwischendurch ein paar Verschnaufpausen zu gönnen – die hohen Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit setzen dem Kreislauf ganz schön zu.

Schlechtes Wetter bei Angkor Wat

Schlechtes Wetter bei Angkor Wat

Am zweiten Tag folgten wir dem Rat mehrerer Touristen, die uns empfohlen hatten, bereits bei Sonnenaufgang bei Angkor Wat zu sein. Gesagt, getan! Die Reisegruppen und die vielen Menschen, die alle den magischen Moment des Sonnenaufgangs hier, vor dieser beeindruckenden Tempelanlage sehen wollten, war allerdings enorm. Keine Ruhe, kein Innehalten, kein Foto ohne lärmende Reisegruppen war hier, unter all den Menschenmassen möglich. In den Nachmittagsstunden reduziert sich die Anzahl der Touristen allerdings stark, so dass man Angkor Wat mit mehr Ruhe und Muße genießen kann.

Geschmückte Statue im Bayon Tempel

Geschmückte Statue im Bayon Tempel

Voller Tatendrang und Wissensdurst beschlossen wir am Morgen des zweiten Tages dann kurzfristig einen Guide zu buchen. Die Mehrzahl der Touristen hatte sich – so schien es auf jeden Fall – bereits am Vortag um eine entsprechende Führung gekümmert. Die Menschenmassen verteilten sich und auch wir wurden auf der Suche nach einem Reiseführer fündig. Was wir allerdings nicht bedacht hatten, war, seine Englischkenntnisse im Rahmen eines kurzen Gesprächs zu prüfen. So begann die Führung und wir begaben uns zu beeindruckenden Sandstein-Reliefs und atemberaubenden Galerien. Der Führer tat sein Bestes und erzählte und erzählte und wir verstanden – so gut wie nichts. Eine Mischung zwischen Khmer und Englisch zusammen mit einer mehr als gewöhnungsbedürften Aussprache führten dazu, dass wir etwa 30 bis 40% dessen verstanden, was er uns eigentlich mitteilen wollte. Auch im Verlauf der Führung wurde die Verständigung zwischen uns nicht besser und das Fragezeichen über unseren Köpfen kleiner. Wirklich schade.

Neben den Attraktionen finden sich auch direkt Imbissbuden in Angkor Wat

Neben den Attraktionen finden sich auch direkt Imbissbuden in Angkor Wat

Auf der Basis unserer Erfahrungen, die wir in den vergangenen beiden Tage, die wir in Angkor Wat verbracht hatten, sammeln durften, beschlossen wir am dritten und letzten Tag noch einmal ganz gemütlich mit dem Rad durch Angkor zu fahren. Es gibt zwei Radtouren – die eine 17 Kilometer, die etwas größere 26 Kilometer lang. Um den Menschenmassen aus dem Weg zu gehen, schliefen wir erst in Ruhe aus und starteten dann mit unserer Tour. Für mich ist dies der schönste Tag in Angkor Wat gewesen. Ohne Reisegruppen, ohne Lärm, aber mit viel Ruhe konnten wir somit in unserem Tempo das imposante Kulturerbe inmitten von einem Geschlinge aus Palmen, Würgefeigen und Maulbeergewächsen erkunden.

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