Home / Land & Leute / Kultur in Kambodscha

Kultur in Kambodscha

Das Königreich Kambodscha ist das kleinste Land in Indochina, es grenzt dabei an Thailand, Laos und Vietnam. Die Kultur dieses Landes hat im Laufe der Zeit viele Metamorphosen erlebt. Eine der dunkelsten Zeiten für Kunst, Kultur und Bildung war wohl die Epoche unter der Herrschaft der „Roten Khmer“, wo es bereits ausreichte, eine Fremdsprache zu sprechen oder lesen zu können, um deren Argwohn zu erregen. Wenn bestimmte kulturell bedeutende Plätze oder Orte nicht passend für die Ideologie der Khmer passten, so wurden diese zerstört. Viele bedeutende Kunstwerke sind aber trotzdem bis heute erhalten geblieben und im Nationalmuseum von Phnom Penh zu bewundern.

Kambodscha besinnt sich seit den 80er Jahren wieder der alten Kultur, welche dem antiken Khmer-Reich entspringt. Literatur, Tanz und Architektur sind stark indisch geprägt und Traditionen wie spezielle Tänze, Musik und Schattenspiele werden gepflegt und weiter ausgebaut. Besonders stolz ist Kambodscha natürlich auf die Tempelanlage Angkor Wat. Die Anlage fungiert für die modernen Khmer als nationales Symbol, was dessen Auftauchen auf der Nationalflagge und Geldscheinen erklärt.

Märchen und Mythen in der Khmer-Literatur

Die traditionelle Khmer-Literatur will unterhalten, aber auch erzieherische Inhalte bieten. Märchen und Fabeln dienen der Weitergabe von Werten und Moral. Besondere Tugenden stellen dabei eine gewaltfreie Konfliktlösung, Gemeinschaftssinn und Hilfsbereitschaft dar. Den starken indischen Einfluss beweist das „Reamker“, welches auf dem indischen Epos „Ramayana“ beruht und auch auf den Theaterbühnen aufgeführt wird. Die Tempelanlage Angkor Wat gewinnt wegen des Gedichts von Angkor Wat abermals an Bedeutung, auch weil es in die Mauern der religiösen Stätte geschrieben wurde. Durch den in Südostasien weitverbreiteten „Theravada-Buddhismus“ spielt die religiöse Literatur bei den Khmer ebenfalls eine große historische Rolle, was die sogenannten „buddhistischen Geburtsgeschichten“ belegen. Erzählt wird größtenteils aus dem Leben Buddhas, wodurch Gläubige auf den richtigen Weg geführt werden sollen.

Buddha Statue in der Nähe von Kep

Buddha Statue in der Nähe von Kep

Ein eigener Tempel für jeden Gottkönig

Im sogenannten „angkorianischen Zeitalter“ wurden exzessiv Tempel errichtet. Jeder neue Gottkönig wollte einen besseren Tempel erschaffen als sein Vorgänger. Stark indisch geprägt wurden diese Bauwerke im 9. Jahrhundert mit immer mehr „Extravaganzen“ ausgestattet. Neben Haupttürmen gab es noch vier Nebentürme, die in Kreuzform ausgerichtet waren. Die inneren Heiligtümer, welche Ikonen indischer Gottheiten enthielten, waren aus astrologischen Gründen nach Ost-West ausgerichtet. Das Kulturerbe dieses Zeitalters ist in Angkor Wat in der Nähe von Siem Reap zu bewundern. Als der Buddhismus Einzug hielt, endeten die ausufernden Bauaktivitäten, danach wurde alles schlichter und einfacher.

Im Inneren eines Tempels in Kambodscha

Im Inneren eines Tempels in Kambodscha

Kultur in Kambodscha: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
5,00 von 5 Punkten, basieren auf 3 abgegebenen Stimmen.
Loading...

Die kambodschanische Küche

Durch Geschäftsverbindungen und die angrenzenden Länder Vietnam, Laos und Thailand besteht die kambodschanische Küche aus einem interessanten Mix. Obwohl nicht besonders scharf gegessen wird, würzen die Menschen hier gern mit Kräutern wie Koriander oder Zitronengras. Die Gerichte haben als Basis oft weißen Reis oder Nudeln und präsentieren sich gern süßsauer mit Huhn, Fisch oder Gemüse zubereitet. Spezialitäten sind dabei in Brühe gegarte Fleischbällchen oder ein speziell zubereitetes Huhn mit Zucker und Gewürzen. Nichts für schwache europäische Nerven sind die frittierten Käfer und Grillen, die von den Einheimischen gern als Snacks verspeist werden.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

x

Check Also

Reiserouten in Kambodscha

Empfohlene Reiserouten für Kambodscha

Tweet