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Killing Fields und S 21 in Phnom Penh

Die Schreckensherrschaft der Roten Khmer von 1975 bis 1979 gehört zu den schlimmsten Völkermorden des an entsetzlichen Verbrechen nicht gerade armen 20. Jahrhunderts. Anführer Pol Pot wird berechtigterweise oft in einem Atemzug mit Hitler, Stalin und ähnlichen Menschenfeinden genannt. Unter den Khmer Rouge wurden etwa 2 Millionen Kambodschaner, ein Viertel der Bevölkerung, brutal verfolgt, gefoltert und ermordet. Der Besuch der Orte, die heute an jene entsetzliche Periode erinnern, ist daher sicher kein Vergnügen und doch ein sehr ergreifendes, bewegendes Erlebnis.

Tuol Sleng Genocide Museum

Einst eine ganz normale Schule mit dem Namen Chao Ponhea Yat High School wurde das Gebäude nach der Machtergreifung der Roten Khmer zu einem der schlimmsten Gefängnisse des 20. Jahrhunderts. Die Schulräume wurden zu winzigen Zellen und Folterkammern umgestaltet und das Gelände des „Security Prison 21“ mit meterhohem Stacheldraht eingezäunt. Während die Roten Khmer von S-21 sprachen, war der Komplex auch als Tuol Seng, als „Hügel der vergifteten Bäume“ bekannt. Rund 17.000 Gefangene wurden in Tuol Sleng gefoltert und ermordet – und nur 17 Überlebende gerettet, als die Vietnamesen 1979 das Gelände stürmten. Ihre künstlerischen Fähigkeiten, die sie dazu einsetzen mussten, Porträts und Zementbüsten von Pol Pot herzustellen, hatten sie davor bewahrt, von den Roten Khmer getötet zu werden.

Die Frontansicht der ehemaligen Schule von Prison "S21"

Die Frontansicht der ehemaligen Schule von Prison „S21“

Der Komplex wurde später in ein Museum umgewandelt, das bis heute eindrücklich die Verbrechen der Roten Khmer zeigt. Neben zahlreichen Fotos der Opfer sind noch Zellen in ihrem Originalzustand und Folterinstrumente zu sehen. Ein Besuch des Choeung Ek Memorials und des Tuol Sleng Genocide Museums gehört für zahllose kambodschanische Schulklassen zum Pflichtprogramm.

Zelle im S21-Prison von Phnom Penh

Zelle im S21-Prison von Phnom Penh

Die Killing Fields von Kambodscha

Der Ausdruck „Killing Fields“ wurde durch den Journalisten Dith Pran geprägt, dessen Erlebnisse 1984 im gleichnamigen Film geschildert wurden. Auf seiner Flucht aus Kambodscha 1978 kam er immer wieder an großen Feldern vorbei, auf denen zahllose skelettierte Leichen lagen. Die Zahl der Toten konnte nie ganz geklärt werden, doch die offizielle Statistik spricht von 1.386.734 Opfern in über 20.000 Massengräbern.

Schädel der Opfer auf den Killing Fields

Schädel der Opfer auf den Killing Fields

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Etwa 17 km südlich von Phnom Penh liegt das Denkmal Choeung Ek, wo fast 9.000 Opfer in einem Massengrab gefunden wurden, darunter viele politische Gefangene der Roten Khmer, die im berüchtigen Tuol Sleng-Gefängnis festgehalten worden waren. In der buddhistischen Stupa in Choeung Ek sind hinter Acrylglas rund 5.000 menschliche Schädel zu sehen, von denen viele schwere Verletzungen aufweisen. Auf den Feldern um Choeung Ek werden bis heute noch menschliche Knochen gefunden.

Weitere Killing Fields, die heute besucht werden können, befinden sich am Hügel Phnom Sampeau bei Battambang, wo die Körper der Opfer einfach in Höhlen geworfen wurden.

Ein Dokumentarfilm sowie ein kleines Museum bieten weitere Hintergrundinformationen zu diesem grausamen Zeugnis der kambodschanischen Geschichte. Choenung Ek ist mit dem Motorrad oder dem Túk Túk für ca. USD 5 zu erreichen. Mit dem Taxi kostet die Fahrt ca. USD 20.

Ein Besuch der Killing Fields und von Tuol Sleng ist ganz sicher kein touristisches Vergnügen, doch wer Kambodscha und seine jüngere Vergangenheit verstehen will, sollte auf keinen Fall darauf verzichten – und den Orten den gebührenden Respekt entgegenbringen.

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