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Bayon

Im Jahre 1177 übernahm Jayavarman VII. den Thron des Khmer-Reiches und gründete die neue Hauptstadt Angkor Thom. Im Zentrum der neuen Stadt wurde mit dem Bayon ein zentraler Staatstempel im Gebiet des heutigen Kambodschas geschaffen, der neben hinduistischen auch buddhistische Elemente enthielt. Der Bayon stellte im 12. Jahrhundert das wichtigste Heiligtum der Khmer dar. Bei einem Besuch von Kambodscha sollte man Angkor Wat sowie den Bayon auf jeden Fall einen Besuch abstatten.

Der Bayon ist genauso wie Angkor Wat bzw. Angkor Thom bequem von Siem Reap mit dem Tuk-Tuk oder Fahrrad zu erreichen. Der Tempel liegt knapp 1,5 Kilometer nördlich von Angkor Wat, inmitten der Ruinen der alten Hauptstadt. Für den Besuch des Bayon sollten knapp 2-3 Stunden eingeplant werden. Der Rundgang ist relativ einfach: Vom östlichen Eingang sollten Besucher die äußeren Galerien erkunden und dabei dann im Uhrzeigersinn bis ins Allerheiligste des Hauptturmes vordringen.

Sonnenaufgang bei bedecktem Wetter am Bayon Tempel

Sonnenaufgang bei bedecktem Wetter am Bayon Tempel

Der Bayon stellt sich dem Besucher heute als ein Gewirr von Gängen dar, die das Resultat von umfangreichen Baumaßnahmen der Khmer-Könige sind. Besonders auffällig für den zentralen Staatstempel von Angkor Thom ist dabei die Symmetrie der Anlage, die trotz der Anbauten erhalten geblieben ist. Im Zentrum befindet sich der Hauptturm (kalan), der den Weltberg Mehru aus der indischen Mythologie repräsentiert: Er ist Vishnu geweiht, dem indischen Gott der Wiedergeburt, des Werdens und des Lebens. Um diesen Hauptturm herum gruppieren sich mehr als 49 weitere Türme, die der gesamten Anlage ein riesenhaftes Aussehen verleihen. Verbunden sind die Türme durch verschlungene Gänge, die manchmal recht eng werden können, sowie durch faszinierend gebaute Treppenkonstruktionen.

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Highlights von Bayon

Das Besondere des Bayon-Tempels ist nicht seine komplexe Architektur, sondern die mehr als 200 Gesichter, die sich an den Türmen finden. Die Gesichter sind in die Sandsteinquader geschnitten, manche mehr als sieben Meter groß, und zeigen ein typisch südostasiatisches Gesicht. Es ähnelt ein wenig dem Gesicht, das Besuchern am Tor der Stadt schon begegnet ist. Lange Zeit haben Forscher gerätselt, um wen es sich handelt. Die gängige Hypothese ist, dass es Lokeshvara, einen buddhistischen Heiligen, darstellen soll. Es gibt auch die Vermutung, dass die Gesichter des Bayon Jayavarman VII. porträtiert, der die Anlage in Auftrag gegeben hatte. Die Gesichter verleihen Bayon ohne Zweifel eine ganz besondere Mystik.

Augen auf bei den historischen Reliefs

Neben der Architektur und den Gesichtern zeichnet sich der Bayon durch seine Reliefs aus. Zwei Reliefs verzieren das runde Innere des Bayon. Das nördliche Relief zeigt die Geschichte der Khmer kurz vor Gründung der Stadt: 1177 wird Angkor von dem Volk der Cham aus Vietnam erobert. Drei Jahre lang halten diese das Reich besetzt,

Die berühmten Gesichter des Bayon Tempels

Die berühmten Gesichter des Bayon Tempels

bevor Jayavarman VII. sie vertreiben kann. Das zweite Relief zeigt überwiegend Alltagsszenen und ist dementsprechend für Historiker sehr interessant. Gezeigt werden Fischer auf dem Tonle Sap, Hirten und Bauern, aber auch normale Szenen aus dem häuslichen Alltag. Die künstlerische Umsetzung ist weitaus gelungener als bei den Reliefs des Angkor Wat. Dies macht den Bayon zu einer kunsthistorischen Perle.

Beste Besuchszeit

Der Bayon strahlt ein wunderbares Flair aus und kann sich an Eleganz und Würde durchaus mit dem Angkor Wat, knapp 1 Kilometer südlich, messen. Der Bayon kann zu jeder Tageszeit besucht werden, denn im Gegensatz zu Angkor Wat ist die mystische Aura des Bayon nicht von der Morgensonne abhängig. Aus praktischen Gründen empfiehlt sich aber durchaus ein Besuch am Morgen oder späten Nachmittag, wenn die Sonne nicht so heiß strahlt und die Hitze nicht so enorm ist. Da innerhalb der Anlage von Angkor Thom keine Getränke verkauft werden, sollten Besucher unbedingt genug Wasser mitnehmen. Fotografieren ist frühmorgens am besten möglich.

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