Angkor Wat

Der Tempelkomplex von Angkor, der Hauptstadt des alten Khmer-Reichs, wird jährlich von zwei Millionen Besuchern besucht. Oft als Herz und Seele des Landes bezeichnet, ist der Komplex in seiner Weitläufigkeit und Präsenz mehr als beeindruckend. Angkor Wat, das größte religiöse Bauwerk der Welt, das sich auf 200 km² ausdehnt, nimmt die Besucher in seinen Bann und wurde nicht ohne Grund im Jahre 1992 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Angkor heute – Übersicht der Tempel

Zu den wohl sehenswertesten Tempeln dieses prächtigen, architektonischen Zeugnisses gehören der geheimnisvolle Ta Prohm, die Terrasse der Elefanten, der letzte große Tempel von Angkor, der Bayon, sowie Angkor Wat, die Mutter der Tempel.

Das im 12. Jahrhundert unter Suryavarman II. erbaute Angkor Wat gehört zu den atemberaubendsten Monumenten, die jemals von Menschenhand geschaffen wurden. Angkor Wat ist das Herzstück der Anlage. Der Begriff wird im touristischen Sprachgebrauch für das gesamte Areal verwendet, obwohl Angkor Wat eigentlich nur einer von vielen Tempeln in dem archäologischen Park ist. Etwa 25.000 Arbeiter waren mehr als 37 Jahre mit dem Bau des Tempels beschäftigt, der zu Ehren der hinduistischen Schutzgottheit Vishnu gebaut wurde. Der Tempel, der von einem weitläufigen Wassergraben umgeben wird, besteht aus einem 31 m hohen zentralen Turm sowie vier kleineren Türmen. Hier finden sich auf einer 800 m langen Galerie feinstgearbeitete Figuren und Flachreliefs sowie Meißelarbeiten.

Nachbildung des Angkor Wat Tempels in Phnom Penh

Nachbildung des Angkor Wat Tempels in Phnom Penh

Eines ist sicher: Angkor Wat boomt. In den letzten zehn Jahren haben sich die Besucherzahlen verdreifacht. Zurzeit besuchen etwa 2,4 Millionen Touristen die Tempelanlage pro Jahr. Auf besondere Kleidung ist bei einem Besuch des Tempelkomplexes nicht zu achten.  Grundsätzlich ist allerdings anzuraten, sich als Sonnenschutz ein Tuch und eine Kopfbedeckung mitzunehmen.

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In dem pompösen Bayon-Tempel blicken 216 steinerne Gesichter des Avalokiteshvara, dem Buddha des Mitgefühls, auf den Besucher hinab. Der Bayon besitzt 37 Tempeltürme, von denen die meisten vier geheimnisvoll lächelnde Gesichter aufweisen.

In Angkor findet man auch viele Trümmer und zerstörte Gebäude

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Um 1200 wurde der Tempel von Jayarvarman VII. genau im Zentrum der Tempelstadt errichtet. Auch hier finden sich auf 1.200 m Flachreliefs, die Szenen aus dem Alltagsleben des 12. Jahrhunderts darstellen. Zu sehen sind beispielsweise Hahnenkämpfe oder Kampfszenen. Für weitere Informationen zu Bayon, klicken Sie bitte hier.

Die gewaltige 300 m lange Terrasse, die mit Flachreliefs, Aufgängen und Stützmauern dekoriert ist, wird als Terrasse der Elefanten bezeichnet. Das Areal vor der Terrasse, auf welcher der König und seine Familie Platz nahm und dem Treiben vor der Terrasse zusah, wurde gewöhnlich für Paraden, speziell für Elefantenparaden, Prozessionen und öffentliche Zeremonien sowie Spiele genutzt.

Ta Prohm ist vielen Touristen bereits als Filmkulisse aus Tomb Raider oder Two Brothers bekannt. Der Tempel wurde im 12. Jahrhundert von etwa 80.000 Menschen erbaut und ist heute weitestgehend vom Dschungel überwuchert. Ungefähr so muss der Tempelkomplex wohl ausgesehen haben, als ihn französische Forscher vor mehr als 100 Jahren fanden.

König Jayavarman VII. widmete seiner Mutter diesen Tempel. Ta Prohm wurde im Gegensatz zu den anderen Tempeln nicht von der Dschungelvegetation befreit und so machen sich gewaltige Wurzeln am Bauwerk zu schaffen und graben sich wie gigantische Tentakel durch die morschen Strukturen. Für weitere Informationen zu Ta Prohm, klicken Sie bitte hier.

 

Die Kraft der Wurzeln wirkt in Ta Phrom besonders beeindruckend

Die Kraft der Wurzeln wirkt in Ta Phrom besonders beeindruckend

Ein Blick auf die Geschichte von Angkor

Angkor Wat wurde in den Jahren 850 bis 1200 erbaut. Es war das Zentrum des Khmer-Königreichs Kambuja und beherrschte Südostasien von Malakka bis zum Isthmus von Kra sowie Laos und Teile Vietnams.

Im 12. Jahrhundert erreichte das Reich schließlich seinen Machthöhepunkt. Während damals in London lediglich 50.000 Menschen lebten, zählte Angkor Wat zur selben Zeit etwa eine Millionen Einwohner und war somit die größte Stadt der vorindustriellen Zeit.

Nach dem Fall der Khmer im Jahre 1431 wurde Angkor verlassen und geriet lange Zeit in Vergessenheit. Erst als der französische Naturforscher Henri Mahout im Jahre 1860 von einer Weltreise zurückkehrte und seine Impressionen in dem Bericht Le Tour de Mond niederschrieb, stand die Tempelanlage plötzlich wieder im Fokus des Interesses europäischer Forscher. Schon bald machte sich ein französisches Forschungsteam bestehend aus Archäologen und Philologen auf, um die beschädigten Strukturen wieder aufzubauen und die Dschungelvegetation, die die Anlage überwucherte, zu entfernen. Bis heute wurden etwa 1.000 Heiligtümer und Tempel auf dem Gebiet von Angkor entdeckt.

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