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Angkor Wat

Der Tempelkomplex von Angkor, der Hauptstadt des alten Khmer-Reichs, wird jährlich von zwei Millionen Besuchern besucht. Oft als Herz und Seele des Landes bezeichnet, ist der Komplex in seiner Weitläufigkeit und Präsenz mehr als beeindruckend. Angkor Wat, das größte religiöse Bauwerk der Welt, das sich auf 60 km² ausdehnt, wurde im Jahre 1992 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

In den Jahren 850 bis 1200 erbaut, beherrschte Angkor Südostasien von Malakka bis zum Isthmus von Kra sowie Laos und Teile Vietnams. Im 12. Jahrhundert erreichte das Reich schließlich seinen Machthöhepunkt. Während damals in London lediglich 50.000 Menschen lebten, zählte Angkor Wat zur selben Zeit etwa eine Millionen Einwohner und war somit die größte Stadt der vorindustriellen Zeit. Nach dem Fall der Khmer im Jahre 1431 wurde Angkor verlassen und geriet lange Zeit in Vergessenheit. Erst als der französische Naturforscher Henri Mahout im Jahre 1860 von einer Weltreise zurückkehrte und seine Impressionen in dem Bericht Le Tour de Mond niederschrieb, stand die Tempelanlage plötzlich wieder im Fokus des Interesses europäischer Forscher. Schon bald machte sich ein französisches Forschungsteam bestehend aus Archäologen und Philologen auf, um die beschädigten Strukturen wieder aufzubauen und die Dschungelvegetation, die die Anlage überwucherte, zu entfernen.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Zu den wohl sehenswertesten Tempeln dieses prächtigen, architektonischen Zeugnisses gehören der geheimnisvolle Ta Prohm, die Terrasse der Elefanten, der letzte große Tempel von Angkor, der Bayon, sowie Angkor Wat, die Mutter der Tempel.

Das im 12. Jahrhundert unter Suryavarman II. erbaute Angkor Wat gehört zu den atemberaubendsten Monumenten, die jemals von Menschenhand geschaffen wurden. Es ist das Herzstück der Anlage. Der Begriff wird im touristischen Sprachgebrauch für das gesamte Areal verwendet, obwohl Angkor Wat eigentlich nur einer von vielen Tempeln in dem archäologischen Park ist. Etwa 25.000 Arbeiter waren mehr als 37 Jahre mit dem Bau des Tempels beschäftigt, der zu Ehren der hinduistischen Schutzgottheit Vishnu gebaut wurde. Der Tempel, der von einem weitläufigen Wassergraben umgeben wird, besteht aus einem 31 m hohen zentralen Turm sowie vier kleineren Türmen. Hier finden sich auf einer 800 m langen Galerie feinstgearbeitete Figuren und Flachreliefs sowie Meißelarbeiten.

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Der pompöse Bayon-Tempel

In dem pompösen Bayon-Tempel blicken 216 steinerne Gesichter des Avalokiteshvara, dem Buddha des Mitgefühls, auf den Besucher hinab. Der Bayon besitzt 37 Tempeltürme, von denen die meisten vier geheimnisvoll lächelnde Gesichter aufweisen. Um 1200 wurde der Tempel von Jayarvarman VII. genau im Zentrum der Tempelstadt errichtet. Auch hier finden sich auf 1200 m Flachreliefs, die Szenen aus dem Alltagsleben des 12. Jahrhunderts darstellen. Zu sehen sind beispielsweise Hahnenkämpfe oder Kickboxing-Szenen.

Die gewaltige 300m lange Terrasse, die mit Flachreliefs, Aufgängen und Stützmauern dekoriert ist, wird als Terrasse der Elefanten bezeichnet. Das Areal vor der Terrasse, auf welcher der König Platz nahm und dem Treiben vor der Terrasse zusah, wurde gewöhnlich für Paraden, speziell für Elefantenparaden und öffentliche Zeremonien genutzt.

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Angkor Wat: Die Elefantenterrasse

Ta Prohm ist vielen Touristen bereits als Filmkulisse aus Tomb Raider oder Two Brothers bekannt. Der Tempel wurde im 12. Jahrhundert von etwa 80.000 Menschen erbaut und ist heute weitestgehend vom Dschungel überwuchert. Ungefähr so muss der Tempelkomplex wohl ausgesehen haben, als ihn französische Forscher vor mehr als 100 Jahren fanden. König Jayavarman VII. widmete seiner Mutter diesen Tempel. Ta Prohm wurde im Gegensatz zu den anderen Tempeln nicht von der Dschungelvegetation befreit und so machen sich gewaltige Wurzeln am Bauwerk zu schaffen und graben sich wie gigantische Tentakel durch die morschen Strukturen.

Tipps zum Besuch

Besucht man den etwa 6 km nordöstlich von Siem Reap gelegenen Tempelkomplex von Angkor Wat, so hat man die Wahl zwischen Eintages-, Dreitages- oder Siebestages-Ticket (USD 20/50/60). Die Tempelanlage ist von 05:00 bis 18:30 Uhr geöffnet. Am Kartenschalter wird ein Foto des Besuchers gemacht, das direkt auf das Ticket gedruckt wird. Sollte man ohne gültiges Ticket auf dem Gelände von Angkor ertappt werden, so ist eine Strafgebühr von USD 30 zu zahlen.

Empfehlenswert ist der Kauf eines Dreitagestickets. So hat man die Möglichkeit, sich alles in Ruhe anzuschauen und auch die etwas entfernteren Tempel zu besichtigen. Ein Besuch in Angkor Wat sollte nicht unterschätzt werden. Der Komplex ist sehr weitläufig und die Präsenz sowie die Masse an Informationen zu Geschichte und Kultur des Landes sind immens. Schön ist es daher, wenn man sich – wenn die Sonne vom Himmel brennt und die Temperaturen unerträglich werden – für ein paar Stunden in das Hotelzimmer zurückziehen kann, um dann am nächsten Morgen das Areal auf ein Neues zu besuchen.

Die folgenden Tempel sollten auf keiner Tour fehlen: Der geheimnisvolle Ta Prohm, die Terrasse der Elefanten, der letzte große Tempel von Angkor, der Bayon, sowie Angkor Wat, die Mutter der Tempel. Es lohnt sich, bereits in der Dämmerung mit dem Túk-Túk nach Angkor zu fahren, um dort, vor dieser gigantischen Kulisse, den Sonnenaufgang zu beobachten.

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Angkor Wat bei Sonnenaufgang

Von Siem Reap erreicht man Angkor Wat innerhalb von dreißig Minuten mit dem Túk-Túk. Möchte man den Sonnenaufgang in Angkor Wat sehen, so empfiehlt es sich, bereits am Vortag einen Fahrer zu organisieren, der Sie zu der verabredeten Zeit vom Hotel abholt und Sie in der Morgendämmerung zum Tempelkomplex bringt. Es ist ebenfalls empfehlenswert, bereits am Vortrag in einem der Touristenbüros einen Führer zu buchen, der die geschichtlichen und architektonischen Hintergründe erläutern kann. Der übliche Tagessatz für einen ausgebildeten Führer liegt bei etwa USD 20.

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Bayon

Anreise

Siem Reap verfügt über einen internationalen Flughafen, der von Bangkok Airways, Silk Air, Vietnam Airlines, Jetstar, Air Asia sowie Lao Airlines angeflogen wird. Außerdem bestehen tägliche Busverbindungen von bzw. nach Battambang, Phnom Penh und dem in Zentralkambodscha gelegenen Kampong Thom. Die Stadt ist aber, da strategisch günstig am Tonlé Sap-See gelegen, auch gut mit dem Boot von Phnom Penh zu erreichen. Die Fahrt dauert etwa fünf Stunden und kostet USD 35 pro Person.

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Auf dem Weg von Angkor Wat zum Bayon-Tempel

Das weitläufige Gelände von Angkor lässt sich am besten mit dem Moped, einem Túk-Túk oder einem Fahrrad erkunden. Nur so kann man auch die entlegeneren Tempel besuchen und sich einen Einblick über die Größe des Areals machen. Die Preise liegen für ein Moped bei USD 6 bis 8, für Túk-Túks bei USD 10 bis 12. Möchte man die abgelegeneren Tempel wie Banteay Srei, Phnom Kulen oder Kbal Spien besuchen, so steigt der Fahrtpreis entsprechend.



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