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Reisebericht Angkor Wat

Kambodscha gehört heute zu den ärmsten Ländern der Welt, doch einst beherrschte das Volk der Khmer von hier aus fast gesamt Südostasien. Die Hinterlassenschaften dieses immer noch rätselhaften Volkes finden sich in Thailand, Kambodscha, Laos und Vietnam. In Zentralkambodscha, nahe des kleinen verschlafenen Städtchens Siem Reap am Tonle Sap, liegt Angkor Wat – die größte von Menschen erbaute Tempelanlage. Und wer Südostasien bereist, wird an einem Besuch von Angkor Wat nicht umhin kommen. Selbst eingefleischte Kulturpessimisten werden hier einige Tage verbringen. Angkor Wat ist Symbol für das exotische und für uns Westliche immer noch unerreichbare Südostasien. Angkor Wat ist Pflichtprogramm einer jeden Kambodscha- oder Südostasientour.

Die Tempelanlage von Angkor Wat wurde im 11. Jahrhundert errichtet und stellt die architektonische Höchstleistung des Khmer-Volkes dar. Dabei bedeutet Angkor Wat „Tempel der Stadt“, denn Angkor war Sitz mehrerer Hauptstädte des alten Khmerreiches. Die Anlage von Angkor Wat ist aus zwei Gründen so erbaulich: Erstens ist die Anlage in absoluter Symmetrie erbaut und zweitens schmiegt sich das Gebäude perfekt in die kambodschanische Ebene ein. So wirkt es einerseits erhaben und gleichzeitig grazil. Seine Entdeckung für die Europäer Ende des 19. Jahrhunderts läutete eine neue Epoche in der romantischen Vorstellung vom „Edlen Wilden“ ein. Dies ist geblieben. Die meisten Besucher kommen wegen dieses Bildes nach Angkor – und finden es eben bestätigt.

Heute liegt die Tempelanlage etwas abseits. Von der Hauptstadt Phnom Penh gibt es drei Möglichkeiten, nach Angkor zu gelangen: Mit dem Flugzeug, dem Bus oder dem Boot über den Tonle Sap. Die meistgewählte Reiseart ist der Bus, der von Phnom Penh knapp sieben Stunden benötigt. Angkor Wat liegt unweit des verschlafenen Städtchens Siem Reap. Die Popularität des Ortes hat aus dem kleinen Städtchen einen Besuchermagnet gemacht. Zahlreiche Hotels aller Kategorien, Läden und Restaurants sowie Bars bieten ein gutes Wohlfühlprogramm für die Gäste. Trotzdem, Siem Reap bleibt eine kleine verschlafene Stadt. Man hat nirgendwo das Gefühl, sie sei überlaufen, auch wenn in der Hauptstraße doch mehr Urlauber als Einheimische zu finden sind.

Angkor Wat bei Sonnenuntergang

Angkor Wat bei Sonnenuntergang

Angkor Wat liegt einige Kilometer außerhalb Siem Reaps in einem eigenen Park. Für das Betreten des Parks ist ein Ticket notwendig, das auf einen Tag, drei Tage sowie eine Woche ausgestellt wird. Dieses Ticket erlaubt dann den Besuch der Tempelanlage. Wer das Ticket vor Schalterschluss noch kauft, kann danach bereits die Anlage besuchen, ohne dass dies gezählt wird. Das Ticket wird erst am nächsten Morgen gelocht und entwertet. So erhalten Besucher die Möglichkeit, einen kostenfreien Sonnenuntergang in Angkor Wat zu erleben. Das Areal kann mit dem Fahrrad, Tuktuk, Motorrad oder einem gemieteten Auto besucht werden.Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte aber auf die tropischen Klimabedingungen achten. Der Parkour hat eine Länge von mehr als fünfzig Kilometern! Das Tuktuk bietet sich da am besten an. Die Fahrer sind auch mit allen Tempeln vertraut und helfen auch bei allen weiteren Problemen gerne weiter. Kopfbedeckung ist Pflicht, die Sonne in den Tropen ist gnadenlos.

Nicht alle Durchgänge in Ta Prohm können noch genutzt werden

Nicht alle Durchgänge in Ta Prohm können noch genutzt werden

Angkor Wat sollte früh morgens besucht werden. Am besten ist es, vor dem Sonnenaufgang in Siem Reap zu starten. Zu diesem Zeitpunkt, wenn die Sonne aufgeht, liegen die Anlagen in einem Dunst, der dem Tempel eine reizvolle Entrücktheit beschert. Zudem sind um die Zeit noch nicht allzu viele Menschen da und auch die Sonne ist noch nicht so drückend. Angkor Wat besichtigt man am besten durch Abgehen der Korridore und Hallen. Wenn man alle Räumlichkeiten besucht hat, sollten Reisende noch einen Rundgang an den Außenanlagen machen, um von dort den Blick auf die zentralen Tempeltürme zu erhalten. Vier bis sechs Stunden sollte man hier einplanen.

Nachbildung des Angkor Wat Tempels in Phnom Penh

Nachbildung des Angkor Wat Tempels in Phnom Penh

Angkor Wat ist lediglich ein Tempel in der gesamten Khmer-Architektur dieser Region. Über eintausend Tempel und Paläste befinden sich hier, die Überreste der alten Hauptstadt Hariharalaya (Roluos) sowie Angkor Thom. Zu den eindrucksvollsten Anlagen gehören neben Angkor Wat vor allem der Tempel Baphuon, ein paar Kilometer nördlich innerhalb der Stadt Angkor Thom gelegen, mit seinen zahlreichen Gesichtern und Reliefs sowie das buddhistische Tempel Ta Prohm, dessen Sandsteinmauern fest in der „Hand“ der Würgepflanzen sind.Egal, welche Tempel sich Besucher dann aussuchen, es gilt sich nicht zu viel zuzumuten, denn die gnadenlose kambodschanische Sonne wird auch den fittesten Mitteleuropäer innerhalb eines Tages an die Grenzen bringen. Wer sich nicht zu viel vornimmt, mit Bedacht vorgeht, großzügige Pausen einplant, wird die schönsten Tempel innerhalb von drei Tagen besichtigen können. Ein längerer Aufenthalt lohnt wirklich nur für diejenigen, die alles gesehen haben müssen.

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